AG Genug für Alle

Wachstumskritik und Sozialabbau

Wirtschaftswachstum ist nicht, wie oft behauptet, die Basis für den Ausbau des Sozialen. Das hat nicht zuletzt der Kongress "Jenseits des Wachstums?!" am 20. - 22. Mai 2011 in Berlin gezeigt. Die AG genug für alle war an der Vorbereitung aktiv beteiligt. Wir haben uns intensiv in die Auseinandersetzung eingemischt mit der Einschätzung, dass genug für alle da ist, und zwar auch dann, wenn eine Gesellschaft sich für eine Wirtschaftsweise entscheiden würde, die ökologisch verträglich und dauerhaft möglich wäre.

Im Folgenden dokumentieren wir die Diskussionsbeiträge aus der Vorbereitung, die so geschrieben sind, dass sie jeweils für sich lesbar bleiben und nicht nur reine Kommentare sind. Unter der Rubrik "Texte" bringen wir Beiträge, die sich aus unserer Sicht außerhalb der tagesaktuellen Debatte mit dem Thema beschäftgen.

Kongresswebseite

Nach dem Kongress: Weiter diskutieren, genauer hinschauen

Der Kongress "Jenseits des Wachstums" war unter den Gesichtspunkten der Beteiligung, der öffentlichen Aufmerksamkeit und der Ansprache neuer Interessierter ein Erfolg. Nicht gelungen ist es, umfassend hinter die öffentlich dominanten Thesen der Wachstumsdiskussion zu schauen. Einfache Dichotomien bestimmten die Debatten, die tatsächlich vielfältig gebrochenen und verästelten Positionen und Widersprüche blieben oft unsichtbar. Es wird darum gehen, zukünftig den Blick stärker darauf zu lenken, meint die Koordinierungsgruppe der AG in ihrem Auswertungstext.

Kein persönlicher Verzicht

Auf dem Kongress "Jenseits des Wachstums?!" hat Werner Rätz im Podium über "Basisdemokratisches Postwachstum" versucht, deutlich zu machen, warum der kapitalistische Wachstumszwang durch individuelles Verhalten nicht beeinträchtigt, sondern nur strukturell beseitigt werden kann. Dieser Redebeitrag steht hier und ist auch als pfd zusammen mit einer kurzen Einschäzung des Kongresses nachzulesen.

Bye bye Zinskritik…

Andreas Exner und Stephanie Grohmann schreiben in den Streifzügen Nr. 33 vom 1. März 2005 "über die Grenzen der Tauschkreise und den Unsinn der Freiwirtschaft". Wir dokumentieren das hier, weil es verschiedene inhaltliche Nachfragen wegen der Kritik an Helmut Creutz' Texten gab. Wir werden diese Debatte ansonsten hier nicht weiterführen.

 

Zinsen?

Helmutz Creutz hat uns zwei Texte geschickt, die sich aus einer Sicht mit den hier diskutierten Themen befassen, die für unsere AG ungewöhnlich ist. Die Zinskritik, von der Helmut als Grundübel ausgeht, wird in Attac im Allgemeinen und auch speziell in unserer AG nicht geteilt. Sie ist auch kein Thema, mit dem wir uns aktuell auseinandersetzen. Dennoch dokumentieren wir selbstverständlich Helmuts Texte zum Grundeinkommen und Kapitaleinkünften ebenso wie zur monetären Kettenreaktionen

(Individuelle) Konsumkritiuk?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob und inwieweit Konsumkritik zentraler Bestandteil der Wachstumskritik sein muss. Neben sehr weitgehender Einigkeit, dass die soziale und die ökologische Frage nicht getrennt betrachtet werden können, gibt es doch deutliche Differenzen darüber, welche Rolle dem individuellen Konsum zukommt und wie dort am ehesten eingegriffen werden kann. Bruno Kern betont die Notwendigkeit einer Kritik des Konsumismus, Kris Kunst (beide aus der Mainzer Attac-Gruppe) streicht ergänzend dazu heraus, dass auch regulatorische Eingriffe von zentraler Ebene her notwendig sind.

BGE Wachstumsmotor?

Ein hohes bedingungsloses Grundeinkommen, wie es u. a. die AG genug für alle vertritt, führe zu einem höheren Konsum und sei deshalb ein Wachstumsmotor, argumentiert Eckhard Stratmann-Mertens. Werner Rätz hält dagegen, dass ein bge um so mehr wachstumsdämpfende Wirkung habe, je höher es sei, weil die damit verbundene Umverteilug Geld aus den Investitionen in den Konsum verlagere.

 

Demokratische Debatte über Inhalt und Gestalt der Produktion

Zwei spiegelbildliche Positionen behaupten tendenziell einen Widerspruch zwischen ökologischer und sozialer Frage. Wer die sozialen Ungerechtigkeiten in den Vordergrund stellt, betont die Möglichkeiten und Potenziale eines "ökologsichen Wirtschaftswunders" (Franz Alt). Wer Klimawandel und Raubbau an den natürlichen Ressourcen für sehr weit forgeschritten hält, wird die "Umweltschutzfrage in der Debatte um Gerechtigkeit für den Miesmacher" (Greenpeace) halten. Die AG genug für alle betont demgegenüber die Notwendigkeit, alle Krisendebatten und -phänome zusammen zu denken. Doris Meisterernst umreißt den bisherigen Stand unserer Überlegungen.

Demokratische Debatte

 

Der Traum von einem guten Leben für alle

Angesichts der weltweiten Krise und angesichts des Klimawandels bereitet Attac  für Mai 2011 einen sog. „Wachstumskongress“  vor. Im Vorfeld soll ein Buch zum Thema erscheinen, indem die verschiedensten bei Attac und in der Ökologiebewegung vorherrschenden Strömungen ihre Beiträge einbringen. Einige Überlegungen von Dagmar Paternoga mehr

Erste Debatten zum Kongress

Hier dokumetieren wir neben unserer eigenen ersten Intervention zwei Texte aus der Vorbereitung des Kongresses, die userer Meinung nach beide noch einem Ansatz folgen, der letztlich doch einen Konflikt zwischen Wachstum und sozialer Sicherung unterstellt. Obwohl es begrenzte Ressourcen gibt, ein Genug für alle immer also auch heißt, dass nicht jedeR kann von allem unbegrenzt haben kann, sondern nur so viel, dass es ihr/m genug ist, bedeutet das keinen Widerspruch zwischen Ökologie und Sozialem. Soziale Gerechtigkeit umfasst die gesellschaftlich und demokratisch auch unter ökologischen Gesichtspunkten diskutierte Entscheidung, was wir produzieren wollen und wie. Das wird im Kapitalismus letztlich nicht möglich sein.

Genug für alle - auch ohne Wachstum

Mainzer Thesen gegen Wachstum

Kontroversen Wachstumskongress

 

Texte

Soziale Sicherheit und Schrumpfung

Nicht die Individuen und ihre angeblich grenzenlosen Bedürfnisse seien verantwortlich für ökologische Zerstörung und Klimawandel, sondern die kollektive Organisation von Produktion und Verteilung im Kapitalismus. Deshalb müsse diese kritisiert und verändert werden und nicht die individuelle Moral, argumentiert Werner Rätz in http://www.contraste.org , wo der Beitrag auch gedruckt erscheint.

 

Antikapitalismus mit zwei Beinen

Die innerkapitalistische Notwendigkeit, aus Geld mehr Geld zu machen, zerstöre nicht nur die sozialen, sondern auch die ökologischen Lebensperspektiven. Dagegen sei die Auseinandersetzung um das Grundeinkommen mit einer erweiterten Perspektive und zugleich mit dem Aufbau einer Solidarischen Ökonomie der Selbstverwaltung und der zwischenbetrieblichen Kooperation wiederaufzunehmen, meint Andreas Exner.

 

Der Kapitalismus verwandelt allen Reichtum in Kapital

Bereits Rosa Luxemburg hatte darauf hingewiesen, dass die kapitalistische Mehrwertproduktion nicht problemlos vonstatten geht. Was so einfach klingt - stelle Leute ein, beschaffe Produktionsmittel, lass die Leute diese bearbeiten und zu neuen Produkten formen und sorge dafür, dass diese und ihr Verkaufserlös dir gehören - stößt auf eine fatale Schwierigkeit: Es muss tatsächlich jemand da sein, der die neu geschaffenen Produkte und Werte kaufen kann. Damit das gelingt, verwandelt der Kapitalismus alle Formen des gesellschaftlichen Reichtums in Kapital. Diese kapitalistische Landnahme stärkt nicht nur Wachstumszwänge, sie schließt Menschen auch vom Gebrauch der für sie notwendigen Güter aus.

Wie wir amWachstum scheitern

Andreas Exner, Chrsitian Lauck, Konstantin Kulterer, Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern, Wien 2008 exner_lauck_kulterer

Neuigkeiten

24.11. Östereich: KPÖ beschließt BGE als programmatische Forderung der Partei

Die KPÖ (Kommunistische Partei Österreichs) beschloss auf Ihrem Parteitag im Oktober 2014 in Wien mit großer Mehrheit das BGE für alle die hier leben, als programmatische Forderung der Partei. "Es ist genug für alle da" war der Titel des Antrags.

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23.10. Leipzig - degrowthKonferenz
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10.10. Etappensieg für ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz
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